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Fundmunition vom Grund der Wolga
Artilleriestellung der Roten Armee bei Kalinin im Dezember 1941
Der günstigen geographischen Verkehrslage verdankt die Stadt ihre große strategische Bedeutung im 2. Weltkrieg. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen vor Moskau Ende 1941 versuchte die sowjetische Militärführung, die ostwärts und nördlich von Rshew aufgebaute deutsche Abwehr mit ihren Armeen zu durchbrechen und die in dem nach Osten vorspringenden Frontbogen kämpfenden deutschen Divisionen der 9. Armee von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden und zu vernichten. Sie wurden als Bedrohung der russischen Hauptstadt empfunden.
 
15 Monate währte der Kampf um diesen „Eckpfeiler der Ostfront“. Drei Großoffensiven führte die Rote Armee gegen die personell und materiell unterlegenen Verbände der Wehrmacht, die sich trotz vieler kritischer Situationen behaupten konnten. Unvorstellbare Opfer forderten diese Kämpfe auf beiden Seiten: Nach neuesten russischen Veröffentlichungen sind in der Schlacht um den Brückenkopf Rshew–Wjasma mehr als 500.000 sowjetische Soldaten gefallen, die Zahl der Verwundeten ist zweimal so hoch. Die Verluste auf deutscher Seite werden mit mindestens 80.000 Gefallenen und dem Zweieinhalb- bis Dreifache an Verwundeten angegeben. Sie liegen aber vermutlich höher
 
Die Zivilbevölkerung von Rshew – vor dem Krieg 58.000 Einwohner – hat durch diese Kämpfe unvorstellbar gelitten. Die Menschen waren dem Hunger und dem gnadenlosen Bombardement nicht nur der deutschen Besatzer, sondern auch der eigenen Artillerie und Flugzeuge ausgesetzt. Stalin hatte Anfang Januar 1942 befohlen, die Stadt – ohne Rücksicht auf ihre Zerstörung – bis zum 12. Januar zurückzuerobern. Als die deutschen Truppen Rshew am 3. März 1943 räumten, waren von 5443 Häusern nur noch 300 bewohnbar. Mehr als 30 Kirchen der altehrwürdigen Stadt waren ein Raub der Flammen geworden. Nach russischen Angaben sind 9000 Bewohner verhungert und dazu viele durch die Bombardierung getötet worden, oder an Epidemien gestorben. Nach der Evakuierung durch die Deutschen in weißrussische Lager sind viele Menschen zugrunde gegangen.
 
Die Erforschung und Rekonstruktion der Kriegereignisse sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.