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Das zukünftige Portal des deutschen Friedhofs
Gemeinsame Arbeit an den neuen deutsch-russischen Friedhöfen in Rshew
Jugendaustausch: Schülerinnen und Schüler in Rshew
Im Gespräch mit einer russischen Zeitzeugin
Kranzniederlegung am russischen Ehrenmal in Polunino bei Rshew.
Die Entstehung des Kuratoriums
Das Kuratorium Rshew entstand aus einer Initiative von Überlebenden des ehemaligen Bielefelder Infanterie-Regiments 18. Sie suchten 1992 nach Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ das Gespräch mit dem ehemaligen Gegner in Rshew, um Wege der Versöhnung zu finden. Um Rshew, diesen „Eckpfeiler“ der Ostfront, wurde im Zweiten Weltkrieg 15 Monate gerungen, die Stadt völlig zerstört, die Bevölkerung dezimiert.
1995 schlossen sich die Überlebenden mit anderen Verbänden, mit Angehörigen der Nachkriegsgenerationen, Ärzten und Pädagogen und dem Jugendaustauschwerk in Gütersloh zu gemeinsamen Aktivitäten zusammen.
 
Unser Ziel
Unser zentrales Anliegen ist es, einen praktischen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Russen und Deutschen zu leisten. Wir wollen durch Begegnungen das gegenseitige Verstehen fördern, Haß und Vorurteile abbauen, durch Kontakte von Mensch zu Mensch Vertrauen schaffen und den Demokratisierungsprozeß in Russland unterstützen.
 
 
Aus behutsamen Anfängen ist ein dichtes Beziehungsgeflecht erwachsen:
 
Gegenseitige Besuche
Jährlich besuchen ehemalige deutsche Soldaten und Angehörige von Gefallenen die Stadt Rshew. Und Rshewer Delegationen mit Kriegsveteranen, Deutschlehrerinnen, Schülern, Ärzten, Historikern und Journalisten erwidern die Besuche in Gütersloh, dem Zentrum des Kuratoriums. Aus Gegnern werden Partner und Freunde. Die Organisation der Reisen besorgt das Jugendaustauschwerk im Kreis Gütersloh. Die Stadt Gütersloh und der Rotary-Club Gütersloh unterstützen ideell und materiell unsere Arbeit.
 
Jugendaustausch
Die Zusammenarbeit der Schulen und der Jugendaustausch haben sich zu Schwerpunkten der Verständigungsarbeit entwickelt.
 
Wissensaustausch und -vermittlung
Den Deutsch-Lehrerinnen an den Rshewer Schulen werden in Gütersloh in Kurz-Seminaren methodisch-didaktische Hilfen für den Unterricht angeboten. Sie erhalten moderne Unterrichtsmittel und Lehrbücher.
 
Jugendlager und Friedensarbeit
Auf Initiative und unter der Leitung von Studiendirektor Rolf Furtwängler werden in Rshew seit 1997 jedes Jahr deutsch-russische Jugendlager durchgeführt. Deutsche und russische Schülerinnen und Schüler leben zwei Wochen zusammen und arbeiten unter der Leitidee „Versöhnung über den Gräbern“ an Kriegsgräberstätten beider Völker. Die Lagersprache ist deutsch. Die deutschen Jugendlichen kommen mit neuem Verständnis der russischen Situation zurück. Das Leid der Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg und der hohe Blutzoll auf beiden Seiten überzeugt sie von der Notwendigkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Eine kleine russische Gruppe kommt jedes Jahr nach Gütersloh.
 
Humanitäre Hilfe
Die wirtschaftliche Not in der Rshewer Bevölkerung wird durch Hilfssendungen mit Bekleidung, Sämereien für Gemüse und mit finanziellen Zuwendungen gelindert. Die Krankenhäuser erhalten hochwertige Apparate und Instrumente zu Diagnose und Behandlung, Insulin und Babynahrung und Mengen an Verbandsmaterial und Spritzen. Der Gesamtwert dieser humanitären Hilfen übersteigt bereits 500.000 Euro.
 
Projekt: "Kriegsgräberfürsorge"
Diese Aktivitäten haben Vertrauen wachsen lassen. Sie haben den Boden dafür bereitet, daß 1999 der Volksbund Deutsche Krieggräberfürsorge mit Zustimmung der Rshewer Veteranen, der städtischen Duma und großer Teile der Bevölkerung mit dem Bau eines deutschen Sammelfriedhofs für die Gefallenen beginnen konnte, ein Mahnmal für den Frieden. Er soll gemeinsam mit einem unmittelbar daneben entstehenden russischen Soldatenfriedhof am 27./28. September 2002 eingeweiht werden. Volksbund und Kuratorium Rshew haben zu Spenden aufgerufen, um gemeinsam mit den Partnern in Rshew die Hälfte der Kosten aufzubringen. Staatspräsident Putin hat diesem Projekt seine persönliche Unterstützung zugesichert. Diese Friedhofsanlage soll zum Symbol eines Neuanfangs in den Beziehungen beider Länder werden.